Archiv für August 2009

Gasheizung mit Warmwasserspeicher im Sommer nachts ausschalten?

Donnerstag, 27. August 2009

Sie sind Besitzer oder Besitzerin einer Gastherme oder Gas-Brennwerttherme mit einem indirekt beheizten Warmwasserspeicher für Brauchwasser. Oder nutzen Sie einen direkt beheizten Warmwasserspeicher mit Stromanschluss? Beides gut, denn dieser Artikel ist für Besitzer beider Varianten interessant. Wenn Sie Ihr Warmwasser nur am Abend, nach der Arbeit oder allgemein nur wenige Stunden am Tag brauchen, dann haben Sie doch sicherlich auch schon mal über die folgenden Fragen nachgedacht:

Soll ich meine Heizung, gerade im Sommer, in der Nachtruhe oder während meiner Arbeitszeit, nicht nur auf Sommerbetrieb stellen, sondern komplett abschalten? Verbraucht meine Therme mehr Gas im 24 Stunden Dauerbetrieb oder braucht das Aufheizen des Warmwasserspeichers nach der Arbeit mehr Energie? Kann ich mit der regelmäßigen Abschaltung auf Dauer Heizkosten sparen? In verschiedenen Foren bekommen Sie wage Aussagen und widersprüchliche Antworten auf diese Fragen. Gehen wir diesen Fragen auf den Grund und lassen die Zahlen sprechen.

Technische Daten eines durchschnittlichen Speichers

Wir gehen von einem durchschnittlichen Warmwasserspeicher mit folgenden technischen Daten aus:

  • Indirekt beheizter Warmwasserspeicher mit 300 Liter Fassungsvermögen
  • 1,5 m² Heizfläche des Wärmeübertragers
  • Maximale Leistungsaufnahme von 2,2 kW
  • 670 mm Durchmesser
  • Eine umschriebene Beispielrechnung

    1. Bei dieser Rechnung wird vom Wasserstillstand ausgegangen, also eine Nutzung des Warmwasser- speichers ohne zusätzliche Wasserentnahme.
    2. Im Dauerbetrieb benötigt der Warmwasserspeicher 1,86 kWh in 24 Stunden, um das Wasser auf Temperatur zu halten.
    3. Eine gute Speicherisolierung lässt bei modernen Kesseln Temperaturverluste von etwa 1°C in 24 Stunden zu.
    4. Die Erwärmung des Wassers von 10 °C auf 60 °C, also einem Temperaturunterschied von 50 °C, dauert ungefähr 24 Minuten.
    5. Den Temperaturunterschied von 1°C, den das Wasser in der Abschaltphase verliert kann der Wärmeübertrager also in weniger als einer Minute wieder ausgleichen.
    6. Wenn der Wärmeübertrager eine Minute mit der vollen Leistung von 2,2 kW läuft, werden etwa 0,04 kWh verbraucht.
    7. Ist die Gastherme dann beispielsweise noch vier Stunden im Dauerbetrieb, verbraucht Diese zusätzlich noch etwa 0,3 kWh. Zusammen gerechnet also 0,34 kWh.
    8. Wenn die Heizung nur morgens und abends für jeweils vier Stunden eingeschaltet wird, ergibt das auf den Monat gerechnet eine Sparmenge von 30 Tage x 0,34 kWh x 2 Heizintervalle = 20,4 kWh.

    Das Ergebnis

    Es werden also mit wenigen Handgriffen monatlich 20,4 kWh gespart. Da eine Kilowattstunde zurzeit etwa 5 Cent kostet, besteht die Möglichkeit monatlich einen guten Euro zu sparen. Das ist nicht die Welt, aber so können auch Sie Ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Bei größeren Anlagen wächst die Sparmenge proportional und abhängig von der Isolationsleistung des Warmwasserspeichers mit. Bei einem direkt beheizten Wasserspeicher lässt sich, zur Aufwandserleichterung eine Zeitschaltuhr zwischenschalten. Sie bereichern also nicht nur sich durch diese Tipps, sondern auch Ihre Umwelt.

    Experteninterview mit Thomas Panzer – SBZ Monteur

    Montag, 17. August 2009

    thomas-panzerHeute möchten wir die erste Serie im Heizung Blog starten, die Experteninterviews. Interessante Persönlichkeiten aus der Heizungsbranche sollen hier zu Wort kommen und werden uns etwas über Ihre Arbeit, aktuelle Themen, die Zukunft der Heizungsbranche und ein klein bisschen Persönliches berichten. Unser erster Interviewpartner ist Thomas Panzer vom SBZ Monteur Blog, der so freundlich war unsere Fragen zu beantworten.

    Hallo Herr Panzer, bitte stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor.
    Ich bin 44 Jahre alt, verheiratet und habe einen 15 jährigen Sohn. Gelernt habe ich Zentralheizungs- und Lüftungsbauer, also ganz klassisch im Handwerk zu Hause. Nachdem ich ein paar Jahre in diesem Handwerk gearbeitet habe, bin ich noch einmal zur Schule um meinen Meister zu machen. Danach arbeitete ich als Dozent für das SHK-Handwerk. Nebenher schreibe ich als freiberuflicher Autor Fachartikel für den SBZ-Monteur, sowie als Co-Autor ein Tabellenbuch.

    Wie ist der SBZ Monteur Blog, den Sie hauptverantwortlich betreuen, eigentlich entstanden? Was ist Ihnen bei dem Blog am wichtigsten bzw. verfolgen Sie ein bestimmtes Ziel mit dem Blog?
    Zugegebenermaßen eine äußerst interessante Frage. Entstanden ist das Blog aus dem Ansporn etwas zu machen was es in der Branche so noch nicht gab und wir wollten zudem einen neuen Kommunikationsweg einschlagen. Das Blog ist ein Zusatzangebot zum monatlich erscheinenden Printmedium SBZ-Monteur. Denn im Blog, hat man z.B. die Möglichkeit Filme zum Heft zu veröffentlichen, dass macht die Sache zu einem Multimedialen Lern-Event. Wenn man so will haben wir es geschafft ein Jahrhundert altes Medium, nämlich die Zeitung mit einem Zukunfts-Medium dem Web zu verbinden. Zudem ist man mit einem Blog wesentlich näher am Puls der Zeit und die Inhalte stammen von unseren Lesern. Mit unseren Angeboten möchten wir unsere zukünftigen Gesellen motivieren im Eigenstudium Fachinhalte zu erlernen. Dabei kommt es uns auf die Vereinfachung von Fachwissen an. Getreu den Motto: „Wissenschaftlich daherquatschen kann doch jeder“.

    Worum handelt es sich beim SBZ Monteur Magazin? Seit wann gibt es das Magazin schon, worum geht es darin? Gibt es Unterschiede zu anderen Fachpublikationen?
    Der SBZ-Monteur ist ein Fachmagazin für den Auszubildenden, aber auch für den Gesellen. Selbstverständlich wird der SBZ-Monteur auch von Meistern gelesen um das vorhandene Wissen zu ergänzen. Vor zwei Jahren hatte der SBZ-Monteur sein 50 jähriges Jubiläum. Ich glaube damit sind wir die älteste Fachzeitschrift im Lande. Durch die Art technisches Wissen zur simplifizieren unterscheiden wir und deutlich von anderen Fachzeitschriften. Wir versuchen den Interessierten Lesern das zu vermitteln was er für seinen Job braucht. Wir machen eigentlich nichts anderes, als technische Details weglassen und die technischen Fakten auf das wesentliche zu reduzieren.

    Wie wir gesehen haben bieten Sie neben dem Blog auch ein Forum und eine Datenbank für Fachfragen an. Können Sie unseren Lesern etwas mehr darüber erzählen?
    Dies ist auch ein kostenloses Zusatzangebot aus dem Gentner-Verlag. Dort sind aktuell 2800 Fachfragen zu finden. Damit hat der Lehrling, aber auch der angehende Meister sein Wissen zu vertiefen. Anhand eines Ampelsystems kann man seinen Lernfortschritt erkennen. Dazu gibt es noch ein Forum, wo allerlei Fachfragen persönlich beantwortet werden. Ein weiterer Clou ist, dass z.B. ein Berufsschullehrer eine geschlossene Lerngruppe anmelden kann. Der Lehrer kann dann Lernaufgaben Online kontrollieren.

    Werden die SBZ Online Angebote von den Installateuren und Heizungsbauern gut angenommen? Nutzen aus Ihrer Erfahrung viele regelmäßig das Internet?
    Das Printmedium wird es noch einige Zeit geben, soviel ist klar. Weil es immer noch Leute gibt, ich gehöre auch dazu die lieber ein Zeitschrift lesen. Aber das Web kann das Printmedium interessanter machen, also unterstützend wirken. Das merken wir an den riesigen Zuspruch den wir auf unsere Seiten haben.

    Ich habe gesehen Sie verfolgen noch andere Tätigkeiten rund um das Thema Heizungen, z.B. nehmen Sie Meisterprüfungen ab. Wie wird man „Meisterprüfer“?
    Zum „Meister-Prüfer“ wird man auf Vorschlag der Handwerkskammer vom Regierungspräsidenten des Kammerbezirkes für vier Jahre ernannt. Neben meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Prüfer bin ich zudem noch stellvertretender Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses.

    Welche Heiztechnik nutzen Sie privat, wenn ich fragen darf?
    Momentan bin ich noch ganz konventionell am Heizen.

    Wie alt ist Ihre Heizung und steht bald eine Modernisierung an?

    Privat steht in der nächsten Zeit eine energetische Sanierung an. Momentan sind die Fördertöpfe gut gefüllt und die sollte man sich nicht entgehen lassen. Ich denke da an eine Kombination aus Sole/Wasser Wärmepumpe und Brennwert Technik.

    Was wird aus Ihrer Sicht in den nächsten 10 Jahren auf dem Heizungsmarkt die radikalste Veränderung sein?
    2013 ist Schluss mit der „guten“ alten Heizwerttechnik, so will es der Gesetzgeber. Die Regenerativ-Energietechnik wird preiswerter werden, weil deutlich größere Stückzahlen produziert werden. Mini BHKW’s mit Leistungen um 4KW thermisch und 1KW elektrisch werden bis dahin technisch soweit entwickelt sein, dass sie problemlos in die Hautechnik integriert werden können. Und die Brennstoffzelle ist auch noch nicht Tod. Da ist vor kurzem ein interessanter Bericht in der SBZ zu erschienen.

    Mit welcher Person aus der Heizungsbranche sollten wir einmal ein Experteninterview führen?
    Mit allen die etwas zu sagen haben. :-)

    Vielen Dank Herr Panzer für das interessante Interview!

    Wärmepumpe – Ökologische Heizung oder doch nicht CO2 neutral?

    Freitag, 7. August 2009

    Wärmepumpen werden oft als ökologische Heizalternative ohne jegliche CO2 Belastung angepriesen. Der Kontext regenerative Wärmeenergie liegt bei der Wärmepumpe nahe, sie entzieht der Umgebung – Erde, Grundwasser oder Luft – Wärmeenergie und pumpt die “gesammelte” Wärme in den Wohnraum des Besitzers. Die Wärmeenergie ist von der Sonne in Erde, Wasser und Luft gelangt, damit ist sie eine regenerative Energiequelle und die Wärmpumpe also eine sehr ökologische Heiztechnik, richtig?

    Wärmepumpen verbrauchen Strom – Bei der Erzeugung wird CO2 ausgestoßen

    Bei der Umwandlung der regenerativen Wärmeenergie verbraucht die Wärmepumpe Strom und davon relativ viel. Große Teile des deutschen Stroms kommen jedoch nicht aus regenerativen Quellen und bei der Erzeugung entsteht CO2. Bucht man zu seiner Wärmepumpe also keinen Öko-Strom ist es auch mit der Umweltfreundlichkeit nicht mehr so weit her.

    Die Kältemittel in einer Wärmepumpe können der Umwelt schaden

    Neben der Herkunft des verbrauchten Stroms ist zusätzlich zu beachten welches Kältemittel vom Hersteller in der Wärmepumpe eingesetzt wird. Viele Anbieter setzen hier auf FKW haltige Kältemittel. Beim regulären Betrieb der Wärmepumpe ist jedoch nicht zu vermeiden, dass kleine Mengen des Kältemittels in die Atmosphäre gelangen und beim Austritt von größeren Mengen, z.B. durch ein Leck in der Wärmepumpe, entsteht großer Schaden an der Umwelt.

    Der Austritt FKW haltiger Kältemittel lässt sich nämlich in CO2 Äquivalente umrechnen: Der Austritt von 2 kg des Kältemittels FKW R404A beispielweise entwickelt den gleichen Einfluss auf das Klima wie 6,5 Tonnen CO2. Diese Menge Kohlendioxid entsteht bei der Verbrennung von 32.500 kWh Erdgas. Mit dieser Menge Gas kann man ein Standard-Neubauhaus knapp 3 Jahre lang beheizen.

    Fazit – Bei Einsatz von Wärmepumpen auf Stromanbieter und Kältemittel achten

    Die Kombination von Wärmepumpe mit falschem Stromanbieter und FKW haltigem Kältemittel kann also zu einer stärkeren Belastung der Umwelt führen, als dies z.B. bei einer konventionellen Gasheizung der Fall wäre. Hausbesitzer die sich Wärmepumpen auch aus ökologischen Beweggründen anschaffen, sollten diese zwei Punkte beachten, dann klappt es auch mit der umweltfreundlichen Heizung.

    Ein Dank geht an Volker Quaschning, dessen ausführlicher Artikel dieser Fassung zu Grunde liegt.

    Wann kommt die Abwrackprämie für Heizungsanlagen?

    Sonntag, 2. August 2009

    Am 6. April diesen Jahres hat die Bundesregierung den Förderrahmen für die Abwrackprämie – oder offiziell Umweltprämie – auf 5 Milliarden Euro angehoben. Diese Prämie von 2.500 Euro wird bei der Verschrottung eines Gebrauchtwagens und gleichzeitigem Kauf eines Neuwagens unter bestimmten Voraussetzungen fällig. Neben anderen Kriterien müssen die Neuwagen die Abgasnorm “Euro 4″ erfüllen, um die Abwrackprämie zu erhalten. Vor allem der ökologische Nutzen der Abwrackprämie ist allerdings umstritten, Emissionsrechnungen belegen eine negative Ökobilanz. Die bei der Herstellung von Neuwagen verbrauchte Energie wird rechnerisch nicht durch die Emissionsveringerung beim Wechsel des PKW aufgewogen.

    Abwrackprämie für alte Heizkessel

    Bis zu vier Millionen Heizungsanlagen in Deutschland sind veraltet und jährlich kommen 300.000 weitere hinzu. Diese Zahlen vom ZVSHK (Zentralverband Sanitär Heizung Klima) zeigen, dass eine Klimazeitbombe in deutschen Kellern tickt. Die Grünen fordern ebenfalls die Umweltprämie für Heizungen und betonen neben der möglichen Einsparung von jährlich zehn Millionen Tonnen CO2 vor allem die Förderung der heimischen Heizungsbauer um Vaillant, Buderus und Co.

    Forderung der Umweltprämie auch vom Zentralverband Heizung

    Auch der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima, Michael von Bock und Polach, fordert in einer Pressemitteilung die Abwrackprämie für Heizungen. “Nur 12 Prozent aller Heizungsanlagen in Deutschland arbeiten energieeffizient und umweltschonend. Eine Abwrackprämie für alte Heizungskessel wird nach unserer Überzeugung den Modernisierungsstau im Heizungskeller schlagartig auflösen”, erklärt von Bock und Polach.

    Heizung Blog gestartet!

    Sonntag, 2. August 2009

    Liebe Leser,

    von nun an werde ich an dieser Stelle aktuelle Informationen zum Thema Heizung für Sie bereithalten und mit Ihnen diskutieren. Dies können Neuigkeiten aus der Heiztechnik Branche sein, Hersteller Aktionen aber auch Preisentwicklungen von Rohstoffen sowie politsche Themen, die die Heizungsindustrie betreffen.

    Ich würde mich freuen, wenn Sie mir mit Ihren Kommentaren und Vorschlägen helfen, meine Artikel zu komplettieren und weitere interessante Themen aufzuwerfen.