Archiv für die Kategorie „Experteninterview“

Experteninterview mit Stefan Schmidt vom Blog futux°

Montag, 5. Oktober 2009

In diesem Experteninterview hat uns Stefan Schmidt einige Fragen zum Thema Heizung und deren Zukunft beantwortet. Ebenso erfahren wir auch etwas zu seinem Projekt futux°. In seinem Blog dreht sich alles um die Energie: Sparen, Solar, Wärmedämmung und vieles mehr.

Hallo Herr Schmidt, bitte stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor.
Ich bin seit 2003 als selbständiger Webentwickler tätig und erstelle CMS- und Blogbasierte Informationsseiten für Kunden. Seit 1988 produziere ich Medien. Zunächst waren es Magazine und Zeitschriften: 1995 brachte ich mit Partnern mit das erste Musik-Magazin www.discover.de ins Netz. Erfolgreich werden immer die Themen,  an denen man auch ein persönliches Interesse hat. Mit dem regionalen Magazin GesundeStadt habe ich schon 1993 ökologische Themen publiziert und dies nun mit dem Blog futux° wieder aufgegriffen.

Wie ist die Idee zu dem Blog futux° entstanden, den Sie nebenberuflich betreuen? Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Blog?
Es mangelt nicht an Informationen über den bedenklichen Zustand unserer Umwelt. Dass uns weniger als 10 Jahre bleiben, um unsere CO2-Erzeugung drastisch zu reduzieren und so auch nur die schlimmsten Folgen abzuwenden, wird kaum in Frage gestellt. Eine Veränderung unterstützt man am ehesten, indem man alternative Möglichkeiten und Perspektiven zeigt und deren positiven Effekte verdeutlicht.

Die meisten Öko-Publikationen versetzen die Menschen nur in Panik, statt ihnen Mut zu machen eine umweltverträgliche Lebensweise zu gestalten,  die auch ihrer Lebensrealität entspricht. futux° stellt deshalb Lösungsansätze und Konzepte vor, die eine bessere Welt schaffen können – ohne Verzicht auf Wohlstand, aber auch ohne Verschwendung und Vernichtung von Ressourcen.

Erklären Sie bitte unseren Lesern, warum Sie sich für den Untertitel „Mehr Energie wagen.“ entschieden haben.
Der Titel scheint im Widerspruch zum Energiesparen zu stehen. In Zukunft werden wir – trotz Effizienzsteigerung und geringerem Verbrauch pro Haushalt – mehr Energie benötigen, weil immer mehr Menschen an einem minimalen Wohlstand teilhaben wollen. 9 Millionen Menschen mit sauberem Wasser und Nahrung zu versorgen, wird nicht mit den heutigen Energiemengen möglich sein. Und selbst, wenn es in Zukunft nur noch elektrisch betriebene Fahrzeuge gibt, wird es mehr Transportbedarf geben als heute.

Deshalb geht es in futux° nicht nur darum, wie wir ohne die veralteten Kohle- und Atomkraftwerke und mit ein paar Windrädern sowie Energiesparlampen auskommen, sondern wie Projekte wie DESERTEC und andere Konzepte langfristig ausreichende Mengen von regenerativer Energie erzeugen können.

Welche Zielgruppe möchten Sie mit Ihrem Blog erreichen?
Zielgruppe sind alle, die sich  ihren Optimismus erhalten haben und an technischen sowie konzeptionellen Lösungen unseres Generationenproblems CO2 interessiert sind. Übrigens freuen wir uns auch über qualifizierte Beiträge von Lesern, die sich mit solchen Technologien und Lösungen befassen. Keinen Platz haben wir für ideologische Debatten – weder um den Kapitalismus, noch um angeblich saubere Atomenergie. Wer sich dafür interessiert, wird bei uns nichts finden.

Welchen Stellenwert messen Sie dem Internet als Informationsquelle rund um die Themen Energie und Heiztechnologien bei?
Das Internet hat einen unschätzbaren Wert für die Information aus unabhängigen Quellen und Erfahrungsberichten von Nutzern. Neben technischen Fragen  müssen – bei Energiethemen ganz allgemein, aber auch bei der Entscheidung über die Heizung im eigenen Keller – viele begleitende Aspekte berücksichtigt werden: Finanzierung, politische Entscheidungen zu Förderung etc. So verzweigt kann man sich nur im Netz informieren.

Wie beurteilen Sie die Entwicklungen in der Heizungsbranche in Bezug auf die Nutzung regenerativer Energien?
Ich erlebe die Branche subjektiv als träge. Schon allein durch die richtige Einstellung der Brenner könnte viel Geld, vor allem aber auch sinnlos erzeugtes Kohlenstoffdioxid eingespart werden. Die Wirtschaftskrise bringt jetzt einiges ins Rollen, solange die Privathaushalte noch das Geld für Investitionen haben. Aber auch hier bin ich optimistisch, weil sich viele Neuerungen ab einem bestimmten Punkt selbst beschleunigen und die Nachfrage deutlicher steigt als man es heute prognostiziert.

Welche Technologien aus dem Umfeld der erneuerbaren Energien werden aus Ihrer Sicht in den nächsten 10 Jahren den größten Einfluss auf den Heizungsmarkt haben?
Geothermie, dezentrale Energieerzeugung (Blockheizkraftwerke), parallel dazu aber auch eine sehr zentrale Stromerzeugung über Großanlagen in Nordafrika und Südeuropa und die damit verbundene Umstellung vieler Verbraucher auf Strom. Die elektrische Heizung hat meiner Meinung nach eine Zukunft.

Welche Heiztechnik nutzen Sie privat, wenn ich fragen darf? Welche Rolle spielen dabei regenerative Energien?
Eine Gas-Zentralheizung. Ich habe aber zurzeit keinen Einfluss auf die Energieauswahl. Diese  wird aber beim nächsten Umzug ein wesentliches Kriterium sein.

Wie alt ist Ihre Heizung? Steht bald eine Modernisierung an?
Ich weiß es nicht. Fragen der Modernisierung liegen leider nicht in meinem Entscheidungsbereich.

Mit welcher Person aus der Energiebranche sollten wir einmal ein Experteninterview führen?
Jemand von den Firmen, die an DESERTEC beteiligt sind. Vielleicht ein Experte, der die Projektfinanzierung konkret erläutern kann, um der Kritik aus dieser Ecke zu begegnen.

Vielen Dank Herr Schmidt für das interessante Interview!

Ich weiß es nicht, Fragen der Modernisierung liegen leider nicht in meinem Entscheidungsbereich.

Experteninterview mit Thomas Panzer – SBZ Monteur

Montag, 17. August 2009

thomas-panzerHeute möchten wir die erste Serie im Heizung Blog starten, die Experteninterviews. Interessante Persönlichkeiten aus der Heizungsbranche sollen hier zu Wort kommen und werden uns etwas über Ihre Arbeit, aktuelle Themen, die Zukunft der Heizungsbranche und ein klein bisschen Persönliches berichten. Unser erster Interviewpartner ist Thomas Panzer vom SBZ Monteur Blog, der so freundlich war unsere Fragen zu beantworten.

Hallo Herr Panzer, bitte stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor.
Ich bin 44 Jahre alt, verheiratet und habe einen 15 jährigen Sohn. Gelernt habe ich Zentralheizungs- und Lüftungsbauer, also ganz klassisch im Handwerk zu Hause. Nachdem ich ein paar Jahre in diesem Handwerk gearbeitet habe, bin ich noch einmal zur Schule um meinen Meister zu machen. Danach arbeitete ich als Dozent für das SHK-Handwerk. Nebenher schreibe ich als freiberuflicher Autor Fachartikel für den SBZ-Monteur, sowie als Co-Autor ein Tabellenbuch.

Wie ist der SBZ Monteur Blog, den Sie hauptverantwortlich betreuen, eigentlich entstanden? Was ist Ihnen bei dem Blog am wichtigsten bzw. verfolgen Sie ein bestimmtes Ziel mit dem Blog?
Zugegebenermaßen eine äußerst interessante Frage. Entstanden ist das Blog aus dem Ansporn etwas zu machen was es in der Branche so noch nicht gab und wir wollten zudem einen neuen Kommunikationsweg einschlagen. Das Blog ist ein Zusatzangebot zum monatlich erscheinenden Printmedium SBZ-Monteur. Denn im Blog, hat man z.B. die Möglichkeit Filme zum Heft zu veröffentlichen, dass macht die Sache zu einem Multimedialen Lern-Event. Wenn man so will haben wir es geschafft ein Jahrhundert altes Medium, nämlich die Zeitung mit einem Zukunfts-Medium dem Web zu verbinden. Zudem ist man mit einem Blog wesentlich näher am Puls der Zeit und die Inhalte stammen von unseren Lesern. Mit unseren Angeboten möchten wir unsere zukünftigen Gesellen motivieren im Eigenstudium Fachinhalte zu erlernen. Dabei kommt es uns auf die Vereinfachung von Fachwissen an. Getreu den Motto: „Wissenschaftlich daherquatschen kann doch jeder“.

Worum handelt es sich beim SBZ Monteur Magazin? Seit wann gibt es das Magazin schon, worum geht es darin? Gibt es Unterschiede zu anderen Fachpublikationen?
Der SBZ-Monteur ist ein Fachmagazin für den Auszubildenden, aber auch für den Gesellen. Selbstverständlich wird der SBZ-Monteur auch von Meistern gelesen um das vorhandene Wissen zu ergänzen. Vor zwei Jahren hatte der SBZ-Monteur sein 50 jähriges Jubiläum. Ich glaube damit sind wir die älteste Fachzeitschrift im Lande. Durch die Art technisches Wissen zur simplifizieren unterscheiden wir und deutlich von anderen Fachzeitschriften. Wir versuchen den Interessierten Lesern das zu vermitteln was er für seinen Job braucht. Wir machen eigentlich nichts anderes, als technische Details weglassen und die technischen Fakten auf das wesentliche zu reduzieren.

Wie wir gesehen haben bieten Sie neben dem Blog auch ein Forum und eine Datenbank für Fachfragen an. Können Sie unseren Lesern etwas mehr darüber erzählen?
Dies ist auch ein kostenloses Zusatzangebot aus dem Gentner-Verlag. Dort sind aktuell 2800 Fachfragen zu finden. Damit hat der Lehrling, aber auch der angehende Meister sein Wissen zu vertiefen. Anhand eines Ampelsystems kann man seinen Lernfortschritt erkennen. Dazu gibt es noch ein Forum, wo allerlei Fachfragen persönlich beantwortet werden. Ein weiterer Clou ist, dass z.B. ein Berufsschullehrer eine geschlossene Lerngruppe anmelden kann. Der Lehrer kann dann Lernaufgaben Online kontrollieren.

Werden die SBZ Online Angebote von den Installateuren und Heizungsbauern gut angenommen? Nutzen aus Ihrer Erfahrung viele regelmäßig das Internet?
Das Printmedium wird es noch einige Zeit geben, soviel ist klar. Weil es immer noch Leute gibt, ich gehöre auch dazu die lieber ein Zeitschrift lesen. Aber das Web kann das Printmedium interessanter machen, also unterstützend wirken. Das merken wir an den riesigen Zuspruch den wir auf unsere Seiten haben.

Ich habe gesehen Sie verfolgen noch andere Tätigkeiten rund um das Thema Heizungen, z.B. nehmen Sie Meisterprüfungen ab. Wie wird man „Meisterprüfer“?
Zum „Meister-Prüfer“ wird man auf Vorschlag der Handwerkskammer vom Regierungspräsidenten des Kammerbezirkes für vier Jahre ernannt. Neben meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Prüfer bin ich zudem noch stellvertretender Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses.

Welche Heiztechnik nutzen Sie privat, wenn ich fragen darf?
Momentan bin ich noch ganz konventionell am Heizen.

Wie alt ist Ihre Heizung und steht bald eine Modernisierung an?

Privat steht in der nächsten Zeit eine energetische Sanierung an. Momentan sind die Fördertöpfe gut gefüllt und die sollte man sich nicht entgehen lassen. Ich denke da an eine Kombination aus Sole/Wasser Wärmepumpe und Brennwert Technik.

Was wird aus Ihrer Sicht in den nächsten 10 Jahren auf dem Heizungsmarkt die radikalste Veränderung sein?
2013 ist Schluss mit der „guten“ alten Heizwerttechnik, so will es der Gesetzgeber. Die Regenerativ-Energietechnik wird preiswerter werden, weil deutlich größere Stückzahlen produziert werden. Mini BHKW’s mit Leistungen um 4KW thermisch und 1KW elektrisch werden bis dahin technisch soweit entwickelt sein, dass sie problemlos in die Hautechnik integriert werden können. Und die Brennstoffzelle ist auch noch nicht Tod. Da ist vor kurzem ein interessanter Bericht in der SBZ zu erschienen.

Mit welcher Person aus der Heizungsbranche sollten wir einmal ein Experteninterview führen?
Mit allen die etwas zu sagen haben. :-)

Vielen Dank Herr Panzer für das interessante Interview!