Heute möchten wir die erste Serie im Heizung Blog starten, die Experteninterviews. Interessante Persönlichkeiten aus der Heizungsbranche sollen hier zu Wort kommen und werden uns etwas über Ihre Arbeit, aktuelle Themen, die Zukunft der Heizungsbranche und ein klein bisschen Persönliches berichten. Unser erster Interviewpartner ist Thomas Panzer vom SBZ Monteur Blog, der so freundlich war unsere Fragen zu beantworten.
Hallo Herr Panzer, bitte stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor.
Ich bin 44 Jahre alt, verheiratet und habe einen 15 jährigen Sohn. Gelernt habe ich Zentralheizungs- und Lüftungsbauer, also ganz klassisch im Handwerk zu Hause. Nachdem ich ein paar Jahre in diesem Handwerk gearbeitet habe, bin ich noch einmal zur Schule um meinen Meister zu machen. Danach arbeitete ich als Dozent für das SHK-Handwerk. Nebenher schreibe ich als freiberuflicher Autor Fachartikel für den SBZ-Monteur, sowie als Co-Autor ein Tabellenbuch.
Wie ist der SBZ Monteur Blog, den Sie hauptverantwortlich betreuen, eigentlich entstanden? Was ist Ihnen bei dem Blog am wichtigsten bzw. verfolgen Sie ein bestimmtes Ziel mit dem Blog?
Zugegebenermaßen eine äußerst interessante Frage. Entstanden ist das Blog aus dem Ansporn etwas zu machen was es in der Branche so noch nicht gab und wir wollten zudem einen neuen Kommunikationsweg einschlagen. Das Blog ist ein Zusatzangebot zum monatlich erscheinenden Printmedium SBZ-Monteur. Denn im Blog, hat man z.B. die Möglichkeit Filme zum Heft zu veröffentlichen, dass macht die Sache zu einem Multimedialen Lern-Event. Wenn man so will haben wir es geschafft ein Jahrhundert altes Medium, nämlich die Zeitung mit einem Zukunfts-Medium dem Web zu verbinden. Zudem ist man mit einem Blog wesentlich näher am Puls der Zeit und die Inhalte stammen von unseren Lesern. Mit unseren Angeboten möchten wir unsere zukünftigen Gesellen motivieren im Eigenstudium Fachinhalte zu erlernen. Dabei kommt es uns auf die Vereinfachung von Fachwissen an. Getreu den Motto: „Wissenschaftlich daherquatschen kann doch jeder“.
Worum handelt es sich beim SBZ Monteur Magazin? Seit wann gibt es das Magazin schon, worum geht es darin? Gibt es Unterschiede zu anderen Fachpublikationen?
Der SBZ-Monteur ist ein Fachmagazin für den Auszubildenden, aber auch für den Gesellen. Selbstverständlich wird der SBZ-Monteur auch von Meistern gelesen um das vorhandene Wissen zu ergänzen. Vor zwei Jahren hatte der SBZ-Monteur sein 50 jähriges Jubiläum. Ich glaube damit sind wir die älteste Fachzeitschrift im Lande. Durch die Art technisches Wissen zur simplifizieren unterscheiden wir und deutlich von anderen Fachzeitschriften. Wir versuchen den Interessierten Lesern das zu vermitteln was er für seinen Job braucht. Wir machen eigentlich nichts anderes, als technische Details weglassen und die technischen Fakten auf das wesentliche zu reduzieren.
Wie wir gesehen haben bieten Sie neben dem Blog auch ein Forum und eine Datenbank für Fachfragen an. Können Sie unseren Lesern etwas mehr darüber erzählen?
Dies ist auch ein kostenloses Zusatzangebot aus dem Gentner-Verlag. Dort sind aktuell 2800 Fachfragen zu finden. Damit hat der Lehrling, aber auch der angehende Meister sein Wissen zu vertiefen. Anhand eines Ampelsystems kann man seinen Lernfortschritt erkennen. Dazu gibt es noch ein Forum, wo allerlei Fachfragen persönlich beantwortet werden. Ein weiterer Clou ist, dass z.B. ein Berufsschullehrer eine geschlossene Lerngruppe anmelden kann. Der Lehrer kann dann Lernaufgaben Online kontrollieren.
Werden die SBZ Online Angebote von den Installateuren und Heizungsbauern gut angenommen? Nutzen aus Ihrer Erfahrung viele regelmäßig das Internet?
Das Printmedium wird es noch einige Zeit geben, soviel ist klar. Weil es immer noch Leute gibt, ich gehöre auch dazu die lieber ein Zeitschrift lesen. Aber das Web kann das Printmedium interessanter machen, also unterstützend wirken. Das merken wir an den riesigen Zuspruch den wir auf unsere Seiten haben.
Ich habe gesehen Sie verfolgen noch andere Tätigkeiten rund um das Thema Heizungen, z.B. nehmen Sie Meisterprüfungen ab. Wie wird man „Meisterprüfer“?
Zum „Meister-Prüfer“ wird man auf Vorschlag der Handwerkskammer vom Regierungspräsidenten des Kammerbezirkes für vier Jahre ernannt. Neben meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Prüfer bin ich zudem noch stellvertretender Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses.
Welche Heiztechnik nutzen Sie privat, wenn ich fragen darf?
Momentan bin ich noch ganz konventionell am Heizen.
Wie alt ist Ihre Heizung und steht bald eine Modernisierung an?
Privat steht in der nächsten Zeit eine energetische Sanierung an. Momentan sind die Fördertöpfe gut gefüllt und die sollte man sich nicht entgehen lassen. Ich denke da an eine Kombination aus Sole/Wasser Wärmepumpe und Brennwert Technik.
Was wird aus Ihrer Sicht in den nächsten 10 Jahren auf dem Heizungsmarkt die radikalste Veränderung sein?
2013 ist Schluss mit der „guten“ alten Heizwerttechnik, so will es der Gesetzgeber. Die Regenerativ-Energietechnik wird preiswerter werden, weil deutlich größere Stückzahlen produziert werden. Mini BHKW’s mit Leistungen um 4KW thermisch und 1KW elektrisch werden bis dahin technisch soweit entwickelt sein, dass sie problemlos in die Hautechnik integriert werden können. Und die Brennstoffzelle ist auch noch nicht Tod. Da ist vor kurzem ein interessanter Bericht in der SBZ zu erschienen.
Mit welcher Person aus der Heizungsbranche sollten wir einmal ein Experteninterview führen?
Mit allen die etwas zu sagen haben.
Vielen Dank Herr Panzer für das interessante Interview!