Sie sind Besitzer oder Besitzerin einer Gastherme oder Gas-Brennwerttherme mit einem indirekt beheizten Warmwasserspeicher für Brauchwasser. Oder nutzen Sie einen direkt beheizten Warmwasserspeicher mit Stromanschluss? Beides gut, denn dieser Artikel ist für Besitzer beider Varianten interessant. Wenn Sie Ihr Warmwasser nur am Abend, nach der Arbeit oder allgemein nur wenige Stunden am Tag brauchen, dann haben Sie doch sicherlich auch schon mal über die folgenden Fragen nachgedacht:
Soll ich meine Heizung, gerade im Sommer, in der Nachtruhe oder während meiner Arbeitszeit, nicht nur auf Sommerbetrieb stellen, sondern komplett abschalten? Verbraucht meine Therme mehr Gas im 24 Stunden Dauerbetrieb oder braucht das Aufheizen des Warmwasserspeichers nach der Arbeit mehr Energie? Kann ich mit der regelmäßigen Abschaltung auf Dauer Heizkosten sparen? In verschiedenen Foren bekommen Sie wage Aussagen und widersprüchliche Antworten auf diese Fragen. Gehen wir diesen Fragen auf den Grund und lassen die Zahlen sprechen.
Technische Daten eines durchschnittlichen Speichers
Wir gehen von einem durchschnittlichen Warmwasserspeicher mit folgenden technischen Daten aus:
Eine umschriebene Beispielrechnung
- Bei dieser Rechnung wird vom Wasserstillstand ausgegangen, also eine Nutzung des Warmwasser- speichers ohne zusätzliche Wasserentnahme.
- Im Dauerbetrieb benötigt der Warmwasserspeicher 1,86 kWh in 24 Stunden, um das Wasser auf Temperatur zu halten.
- Eine gute Speicherisolierung lässt bei modernen Kesseln Temperaturverluste von etwa 1°C in 24 Stunden zu.
- Die Erwärmung des Wassers von 10 °C auf 60 °C, also einem Temperaturunterschied von 50 °C, dauert ungefähr 24 Minuten.
- Den Temperaturunterschied von 1°C, den das Wasser in der Abschaltphase verliert kann der Wärmeübertrager also in weniger als einer Minute wieder ausgleichen.
- Wenn der Wärmeübertrager eine Minute mit der vollen Leistung von 2,2 kW läuft, werden etwa 0,04 kWh verbraucht.
- Ist die Gastherme dann beispielsweise noch vier Stunden im Dauerbetrieb, verbraucht Diese zusätzlich noch etwa 0,3 kWh. Zusammen gerechnet also 0,34 kWh.
- Wenn die Heizung nur morgens und abends für jeweils vier Stunden eingeschaltet wird, ergibt das auf den Monat gerechnet eine Sparmenge von 30 Tage x 0,34 kWh x 2 Heizintervalle = 20,4 kWh.
Das Ergebnis
Es werden also mit wenigen Handgriffen monatlich 20,4 kWh gespart. Da eine Kilowattstunde zurzeit etwa 5 Cent kostet, besteht die Möglichkeit monatlich einen guten Euro zu sparen. Das ist nicht die Welt, aber so können auch Sie Ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Bei größeren Anlagen wächst die Sparmenge proportional und abhängig von der Isolationsleistung des Warmwasserspeichers mit. Bei einem direkt beheizten Wasserspeicher lässt sich, zur Aufwandserleichterung eine Zeitschaltuhr zwischenschalten. Sie bereichern also nicht nur sich durch diese Tipps, sondern auch Ihre Umwelt.

Eine derartige Rechnung aufzumachen ist immer interessant. Man sollte jedoch auch der menschlichen Trägheit Rechnung tragen. Das Ein- und Ausschalten der Heizung kann man ja technisch lösen. Was ist aber mit den üblichen von der Norm abweichenden Situationen in denen ich plötzlich zu anderer Zeit Warmwasser benötige.
Langfristig scheint mir hier eine Solaranlage für Brauchwasser die, zugegeben deutlich teurere, aber bequemere Lösung zu sein. Auf diese Weise muss man die Heizung tagsüber gar nicht mehr einschalten …